Neu im Buchregal

Zwei besondere Drachenmondbücher

Maria M. Lacroix, No heartbeat before coffee, Drachenmond Verlag 2016


In dieser Geschichte werden aus Feinden Freunde und kämpfen am Ende sogar für dieselbe Sache: den Tod eines frischen Vampirs, der in Seattle als grausamer Killer unterwegs ist. Diana, eine Vampirjägerin, trifft auf den Werwolf Jamie. Statt sich gegenseitig umzubringen, bietet der Werwolf Diana seine Hilfe an. Der gerade auf sie geladene Todesfluch einer Hexe wird dank seines befreundeten Magiers abgewendet. Diese ungewöhnliche Allianz bringt es mit sich, dass Diana Informationen aus ihrer Arbeit bei der RIPA, einer Organisation, die gefährliche übernatürliche Wesen ausrottet, an Jamie und sein Werwolfrudel weitergibt, und er wiederum alles daran setzt, sie weiterhin zu beschützen. Was nicht ganz einfach ist, weil Diana es gewohnt ist, sich in ihrer harten Arbeitswelt zu behaupten. Doch am Ende sind beide im richtigen Moment füreinander da.


Anne-Marie Jungwirth, Superior, Drachenmond Verlag 2017 

Superior ist eine Dystopie, deren Thema längst nicht mehr nach Zuknftsmusik klingt: Genmanipulation, um den perfekten Menschen zu erschaffen. Die Autorin lässt diese Möglichkeit bei der Rasse der Superior, Menschen mit außergewöhnlichen Gaben, wahr werden. Die Superior sind schön, mächtig und reich. Und sie streben nach mehr. Die Hauptfigur Amelia kennt beide Seiten. Das Leben bei ihrer leiblichen Mutter, einem normalen Menschen, immer am Rande des Existenzminumums lebend und auch vor Kleinkriminalität nicht zurückscheuend, und mit 12 Jahren das Leben in einer scheinbar perfekten Superior-Pflegefamilie. Was sie zu etwas besonderem macht, erfährt Amelia im Lauf des Buches, denn ihre DNA- Muster weisen ungewöhnliche Strukturen auf, und damit wird sie zum Spielball der medizinischen Forschung. Alle Seiten sind an ihr interessiert, die Mächtigen, die die Genforschung vorantreiben wollen, eine starke Oppositionsgruppe, von der sie bislang noch nie gehört hat, und auch zwei junge Männer, die aus unterschiedlichen Motiven handeln, der eine aus Liebe und der andere aus persönlichen Gründen. Amelias Gefühle und ihre oft sehr spontanen Entscheidungen bilden den Dreh- und Angelpunkt der gesamten Story.  Und die ist auf eine Art cool, rasant und überrascht den Leser immer wieder aufs Neue.

 

Lesehighlight aus dem Impress Verlag

Sandra Hörger, Sublevel - Zwischen Liebe und Leid, Impress 2017


Sunrise Garcia und Corvin, die beiden Hauptrotagonisten, könnten nicht unterschiedlicher sein. Als Sohn des Präsidenten einer Raumstation, die gnadenlos die Reichen protegiert und das arme Volk im Sublevel dahinvegitieren lässt, kennt er die Welt von Rise nur aus dem, was nach oben dringen soll. Er weiß nichts davon, dass die Menschen im Sublevel im Müll herumwühlen und auf wenigen Quadratzentimetern Wohnraum eingepfercht sind. Aber er weiß, was es heißt, eine Hoffnungsträgerin zu sein. Und als er Rise kennenlernt und diese eine ungeheure Faszination und Anziehungskraft auf ihn ausübt, fragt er sie, ob sie sich für ihn entscheiden und die Hoffnung ihrer großen Familie stattdessen zerstören könnte: Die Hoffnung, eines Tages von ihr protegiert zu werden, die Hoffnung, dass sie von ihrer guten Ausbildung im oberen Level, für die sie viel Geld zusammengespart haben, zu profitieren.

Rise ist sich all dieser Gedanken genauso bewusst, als sie auf den Präsidentensohn, für den sie in ihren heimlichen Fantasien schon immer geschwärmt hat, trifft. Eher unfreiwillig, weil ihre Freundin sie dazu zwingt. Denn Corvin sucht per Casting ein Mädchen für seinen Auftrag, zurück auf die Erde zu fliegen und auszukundschaften, ob diese wieder bewohnbar ist. Auch er ist insofern ein Hoffnungsträger, denn er muss genau wie Rise funktionieren und das tun, was sein Vater, was die anderen von ihm erwarten. Doch Rise kämpft mit allen Mitteln gegen ihre Gefühle und stolpert dadurch von einer katastrophalen Situation in die Nächste.

Diese Geschichte besticht nicht nur durch das Setting im All, sondern durch die Art, die Lebenssituationen der beiden Protagonisten derart in Szene zu setzen, als stecke man in ihnen. Die Autorin spielt mit Bildern und Worten, fast spielerisch erschafft sie eine Welt, in der sowohl Rise als auch Corvin gefangen sind in dem begrenzten Raum des Raumschiffes, aber auch ihrer Herkunft. Auch wenn man auf bekannte Elemente stößt wie das Casting zwecks Brautschau oder das typische Gegenüber derer von unten und von oben, Sandra Hörger packt den Leser und führt ihn genau dahin, wo sie ihn haben will: mitten in das spannenden Geschehen um die Frage, ob es eine Zukunft für die Menschen der Raumstation und damit auch derjenigen des Sublevels gibt, und vor allem, ob es eine gemeinsame Zukunft für Rise und Corvin geben wird. Auf die Fortsetzung von Sublevel muss man zum Glück nicht lange warten. 

 

Krimizeit ist angesagt

 

Achim Zons, Wer die Hunde weckt, C.H.Beck 2017
Einer der besten Journalisten einer Münchner Zeitung im Außendienst in Hongkong erhält geheime Informationen, die ihn fast das Leben kosten. Eine Geheimoperation, bei der ein deutscher Kommandeur eine für sein Leben katastrophale Entscheidung trifft. Auf beide Männer wird aus unterschiedlichen Gründen Jagd gemacht. Und beide schlagen sich lange Zeit sehr gut. Sämtliche Zeitungen sind hinter deren Geschichte her, auch die Münchner Zeitung will die Sensationsstory exklusiv haben. Aus diesem Material ist der Stoff dieses Buches geschrieben, das den Leser von Hongkong über München bis ins tiefste Afghanistan führt. Glaubwürdige Charaktere und jede Menge Acton bietet dieser spannungsgeladene Politthriller, den ich gern empfehle.
 
A. Martinez, Monteperdido - Das Dorf der verschwundenen Mädchen, Fischer 2017
Zwei befreundete elfjährige Mädchen verschwinden am hellichten Tag aus ihrem Bergdorf. Fünf Jahre später taucht eines der Mädchen wieder auf, verletzt und traumatisiert. Das Dorf und die Polizeieinheiten stehen Kopf. Eine dramatische Suche nach dem zweiten Mädchen beginnt. Die Geschichte allein macht das Buch zwar schon lesenswert, aber noch viel mehr Schärfe erhält es durch die Interaktionen der Figuren. Die gesamte Dorfgemeinschaft zeigt sofort wieder mit dem Finger auf den Vater, einst verdächtigt, wiieder freigelassen aber gebrandmarkt. Einige würden am liebsten Selbstjustiz ausüben. Und nicht nur das, auch die kollektive Verschwiegenheit behindert die Polizeiarbeit. Ein dichter Krimi, der den Leser bis zuletzt fesseln kann.

Lena Avanzini, Nie wieder sollst du lügen, Haymon Vlg. 2016
Gruppeninspektorin Carla Bukowski trägt schon länger ein schweres Trauma mit sich herum, weil sie ihren Sohn bei einem Unfall verloren hat. Doch die zwangsweise Auszeit, zu der sie ihr Chef verdonnert, nutzt sie für eigene Ermittlubgen in einem Fall, der für die Polizei keiner ist: zwei tragische Autounfälle, die auf den ersten Blick nichts miteinander  zu tun haben. Doch Carla ist nicht nur eigensinnig, sie spannt auch noch ihre Freundin Kim in ihre privaten Ermittlungen ein ... am Ende ist Carla Bukowski natürlich die große Heldin. Mit einer Prise österreichischem Charme und persönliche Dramen geht dieser erste Fall von Gruppeninspektorin Carla Bukowski einher.
 

*** Ein wahrer Fantasymonat!! ****

Cora Carmack, Stormheart - Die Rebellin

Stormheart - Die RebellinIch habe Stormheart - Die Rebellin  in einem Rutsch weggelesen, die Autorin hat mich in eine ferne Welt katapultiert, in deren Königreiche jede Menge Magie existiert, Sturmlinge gegen die Naturgewalten ankämpfen und Sturmjäger deren Herzen einfangen und damit Handel treiben. Was für eine Welt, in der ausgerechnet bei der Thronerbein Aurora aus dem Reich Pavan die Magie versagt. Sie lebt ein Leben in völliger Abgeschiedenheit, häuft sämtliches Wissen an und lernt Kämpfen wie eine Amazone.

Dann kommt der Tag, an dem der harte, aber sie zugleich verführerisch umwerbende Prinz Cassius aus dem Reich der Lock erscheint, um sich mit ihr zu verloben. Sie fürchtet, er würde sich von ihr abwenden, sobald er hinter ihr Geheimnis käme, dass sie null Magie besitzt, und das Reich an sich reißen. Darum und aus verletztem Stolz schließt sie sich inkognito einer Gruppe Sturmjäger an, die sie auf einem heimlichen Gang zu einem verbotenen Markt der Magie kennengelernt hat.

Lock, der als kleiner Junge Vollwaise wurde, seinen Namen nicht kennt, und von Duke zum Sturmjäger ausgebildet wurde, wird ihre Ausbildung übernehmen. Er sieht anfangs in ihr das hilflose Mädchen, dem er helfen muss. Doch sehr bald erkennt er, dass Roar, wie sie sich jetzt nennt, ihn nicht nur gefühlsmäßig verwirrt, sondern, dass sie sich jeder Herausforderung stellt. Zuletzt auch der, ihr Reich zu retten...

Die Geschichte schreit förmlich nach einem zweiten Teil, der sicher nicht weniger spannend werden wird. Mich hat das Buch von Anfang bis Ende gefesselt, der Schreibstil ist temporeich und klar. Für mich definitiv ein Highlight unter den aktuellen Fantasygeschichten.

 

Antonia Neumayer, Selkie

SelkieDie junge Autorin Antonia Neumayer hat mich mit ihrem Debüt ´Selkie`wirklich überrascht. Der Einstieg in die Welt von der siebzehnjährigen Kate und ihrem zwei Jahre älteren Bruder, die auf einer der Orkneyinseln leben, fällt leicht, die Protagonistin Kate besticht durch ihren Eigensinn und ebenso viel Mut, was sie sehr sympathisch macht, und ich hatte die See mit ihren zahlreichen Inseln sowie die schottische Rauheit gut vor Augen.

Kates Welt erfährt eine Erschütterung, als ihr Bruder von seltsamen Männern auf ein Boot mitgenommen wird, er ihr aber kein Wort der Erklärung geben will. Da sie seit dem Verschwinden ihrer Mutter ein sehr enges Verhältnis zueinander haben, will sich Kate damit nicht zufrieden geben und schmuggelt sich heimlich auf das Boot. Ein seltsamer Überfall während der Fahrt hat zur Folge, dass sie mit einem jungen Mann die Flucht ins Wasser ergreift, weil er ihr klarmacht, dass die Leute, zu denen Gabriel gebracht wird, nicht besonders nett mit blinden Passagieren umgehen würden. Auf diese Weise lernt sie Ian und eine Gruppe Leute kennen, die in einem verfallenen Leuchturm auf einer der vielen Inseln wohnen.

Ian wird Kate viele Fragen über die Organisation beantworten, die Gabriel angeheuert hat, sie aber mit genauso vielen Fragen im Ungewissen lassen. Im Laufe der Geschichte erfährt Kate von Selkies und anderen mystischen Fabelwesen, die seit Jahrhunderten gejagt werden, aber auch von einer Gruppe Leute, die genau das verhindern wollen. Es wird ihr nicht immer leicht fallen, zwischen gut und böse zu unterscheiden, doch ihr größter Wunsch wird letztlich sein, das moralisch Richtige zu tun und die Wahrheit über Selkies, über ihre Jäger und über ihre verschwundene Mutter zu erfahren.

Die Geschichte hat mehrere Spannungsbögen und überrascht immer wieder mit neuen Wendungen. Der Erzählstil ist erfrischend klar und so manches Mal hat mich die junge Autorin  mit ihren wortgewaltigen Bildern des Insellebens vor der schottischen Küste überrascht. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was es von ihr noch zu lesen geben wird.

 

 

Colleen Hoover, Nächstes Jahr am selben Tag 

Zuerst dachte ich bei dem Thema, dass es schon allzu vertraut ist: Mann und Frau treffen sich jedes Jahr am selben Tag wieder... Colleen Hoover hat ihren Protagonisten diese Gedanken selbst in den Mund gelegt, aber sie haben vehement abgestritten, dass es so etwas wie zwischen ihnen beiden schon jemals gab. Denn sie lernen sich am 9.November, für Fallon und für Ben ein schicksalshafter Tag, kennen, und sind für ein paar Stunden ein Fake-Liebespaar. Sie trauen ihren eigenen Gefühlen noch zu wenig, obwohl die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Fallon und Ben erzählt wird und der Leser nicht anders kann, als schon beim ersten Treffen mit ihnen zu leiden, zu hoffen und zu bangen.... werden sie sich ein Jahr später wieder treffen? Werden sie 5 Jahre durchhalten? Denn Fallon will sich erst zu ihrem 23. Lebensjahr für den Mann ihres Lebens entscheiden. Wird Ben solange auf sie warten?
Logische Fragen, doch an jedem 9. November kommt eine völlig unerwartete Wendung ins Spiel und alles geht wieder auf Anfang. Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Autorin nach jedem 9. November eine noch dramatischere Wendung ausdenken kann, aber sie kann! Und wie! Und der Leser ist in ihren Händen, den Gefühlswelten der beiden Protagonisten ausgeliefert und muss am Ende tief durchschnaufen: so war das also in Wirklichkeit. 
Eine absolute Leseempfehlung von mir 😊😊😊


 

 

 

 

 

 

Graeme Macrae Burnet, Sein blutiges Projekt

 

Ein Siebzehnjähriger, der vor Gericht steht, angeklagt des dreifachen Mordes, und bereits gestanden. Wir sind mitten in Schottland im Jahr 1869. Nach einer wahren Begebenheit lässt der Autor diverse Menschen aus dem Umfeld des Mörders zu Wort kommen, sein Lehrer, der Dorfpfarrer, die Nachbarn, allesamt zeugen in dem Prozess, in dem es darum gehen wird, ob Roderick Macrae Herr seiner Sinne war oder womöglich geistergestört. Faszinierend an dem Krimi sind die unterschiedlichsten Betrachtungsweisen, denn jeder, der zu Wort kommt, zeichnet ein anderes Bild von dem jungen Roddy. Doch auch er selbst kommt zu Wort. Auf Anraten seines Strafverteidigers schreibt er einen Bericht, wie es sich wirklich zugetragen hat. Die Monate zuvor, die Qualen, das regelrechte Mobbing an der armen Bauersfamilie... lesen Sie selbst und machen Sie sich ein Bild davon, ob Roderick Macrae den Tod am Galgen verdient hat...  Ein historischer Krimi, der seinesgleichen sucht und zu Recht auf der Shortlist des Man Booker Prize 2016 stand.

 

C.R. Neilson, Das Walmesser

 

John Callum will seiner Vergangenheit entfliehen, einen neuen Anfang machen, irgendwo, wo ihn niemand kennt Darum sucht er sich eine Faröerinsel aus, landet in der Hauptstadt Torshaven, findet Arbeit beim Fischfang und eine Unterkunft, aber ansonsten bleibt er für sich. Das macht ihn als den Fremden erst recht verdächtig, zumindest für die Leute dort. Wer kommt schon freiwillig auf eine Insel, auf der es dreihundert Tage im Jahr regnet und nie etwas Spektakuläres passiert. Aber dann gibt es einen Mord, und John Callum kann sich an nichts erinnern. Ist es nur das letzte Glied einer Reihe von Drohungen, die ihn von der Insel vertreiben sollen? Obder kennt jemand seine Vergangenheit? Eine interessante Stimme in der Krimilandschaft, und eine Geschichte, die ihre ganz eigene Faszination besitzt.

 

Sarah Maas, Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen

Das Buch entführt in ein Land voller Magie, aber auch unvorstellbarer Grausamkeiten. Die junge Fyre gelangt gegen ihren Willen in das land der Fae, jener mächtigen Wesen, die hinter den Mauern Prythians leben. Entführt von dem High Lord des Frühlingshofes Tamlin, weil sie einen der Ihren in Wolfsgstalt getötet hat. Sie wird die Welt der Menschen und ihre Familie vergessen müssen. Und sie wird der Magie erliegen, die in dem Land herrscht, ebenso wie dem merkwürdigen Werben des High Lord, der sich jedoch jederzeit in ein Monster verwandeln kann. Doch dann erfährt Fyre von der High Queen, die alle Fae unterjocht und ihnen die Magie nach und nach stiehlt. Als Tamlin von der High Queen gefangen genommen wird, setzt Fyre alles daran, ihn und das ganze Land von der brutalen Herrschaft der High Queen zu befreien. Kein leichtes Unterfangen als schwacher Mensch angesichts der Aufgaben, die ihr bevorstehen. Ein nicht enden wollendes Abenteuer voller Kampf, List und Liebe. Die Welt, in die die Autorin den Leser entführt, ist bis ins kleinste Detail durchdacht, steckt voller Fantasie, aber auch archaischer Härte. Schon mit ihrer ersten Serie Throne of Glass konnte mich Sarah Maas auf der ganzen Länge überzeugen.

 

Veronica Roth, Rat der Neun - Gezeichnet

https://medias.librinet.de/dl/7c81daf5-1971-4030-b351-b254f2f905f4/3/daz4ed 


Science Fiction Fantasy der besonderen Art! In Veronica Roths neuem Buch taucht der Leser in eine völlig fremde Welt: Eine Galaxie voller unterschiedlicher Planeten und Völker, 9 Nationalplaneten, die im Hohen Rat vertreten sind,  Menschen, die als Orakel fungieren,  ein wabernder Strom, der alles im Weltall durchströmt, und Menschen, die vom Schicksal gezeichnet sind. Es hat durchaus gedauert, bis ich dieses Setting klar vor Augen hatte., aber die Geschichte hat zunehmend an Fahrt aufgenommen und am Ende ergibt alles erst seinen Sinn. Das Buch ist aus 2 Perspektiven geschrieben, die der beiden Hauptprotagonisten. Es fällt kaum ins Gewicht, dass die weibliche Stime in der Ich-Form geschrieben ist und die des Jungen in der dritten Person. Der Leser wird von beiden Figuren in seinen eigenen Bann gezogen.  Akos vom friedlichen Planeten Thuuvhe und Cyra, die zu den planetenreisenden Shotet gehört und einen überaus tyrannischen Bruder hat, werden als Feinde aufeinandertreffen und am Ende als Verbündete für ein gemeinsames Ziel kämpfen. In meinen Augen der gelungene Auftakt einer Dilogie, die wieder nach einer Verfilmung schreit.

Yann Sola, Gefährliche Ernte

Gefährliche Ernte  Ein charmanter Krimi, der den Leser an die Küste Südfrankreichs im heißen Sommer führt. Ein Toter mitten in den Weinbergen seines Vaters ruft perez auf den Plan, der um das Geheimnis seiner eigenen erlesenen Weinsorte füchtet, die er unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit für teures Geld und unter der Hand verkauft. Denn der Tote war bei der Planung und dem Anbau der Reben als Saisonarbeiter dabei. Mit viel Witz und französischem Charme folgt man Perez bei seinen privaten Ermittlungen, nichtsahnend, dass der Fall eine ganz andere Dimension bekommt, die weit in die Politik um die gestrandeten Flüchtlinge vor Frankreichs Küsten reicht. Zuletzt präsentiert Perez der Polizei den Täter, und ganz nebenbei kümmert er sich noch um die Herzensangelegenheiten seiner erwachsenen Tochter.

Frank Goldammer, Der Angstmann

  Max Heller ist ein grundsolider Kriminalinspektor, der nur seine Arbeit machen will. Und das mitten in Dresden, kurz vor Ende des 2. Weltkrieges, während die Russen bereits im Vormarsch sind und die Menschen kurz vor dem Verzeifeln, sich gegenseitig Denunzieren und Resignieren sind.
Ein psychopathischer Sereinmörder, der Frauen bei lebendigem Leib die Haut abzieht, lässt Max Heller nicht kalt. Er bemüht sich, seine Arbeit trotz der widrigen Umstände, trotz eines überzeugten SS-Anhängers als Chef, der seine Aufklärungen sabotiert, und trotz Hunger und Ängsten so gut wie möglich zu machen. Als er und seine Frau Karin mitten in der großen Bombadierungsnacht, in der Dresden dem Erdboden gleichgemacht wird, mit dem Leben gerade so davon kommt, verliert er zwar seinen Job, den Mörder aber nicht aus den Augen, denn er treibt weiter sein Unwesen. Darum sucht Max Heller Hilfe bei den Russen, die Dresden mittlerweile besetzt haben. Ein heikles Spiel, denn er muss die Russen davon überzeugen, dass er kein Nazi war. Ein junger Polizeileiter lässt sich von ihm anstecken und gemeinam werden sie dem Psychopathen das Handwerk legen.

Ich finde die Atmosphäre bedrückend gut in dem Buch, die Kriegsszenerien gehen unter die Haut, die Schicksale der Menschen werden von allen Seiten beleuchtet, von denen, die einfach nur Opfer waren, den Agitatoren, und solchen, die die Augen verschlossen hatten. Ein gelungener historisch in den Jahren 1944/45 angesiedelter Krimi.  


 
Beatriz Williams, Träume wie Sand und Meer 
  Die Geschichte spielt im Sommer 1966 in Cape Cod. Tiny ist eine junge, anfangs naive Ehefrau, die in eine reiche Ploitikerfamilie eingeheiratet hat und deren Lebensinhalt darin besteht, ihrem aufstrebenden Politikergatten eine vorzeigbare Ehefrau zu sein. Wäre die Geschichte so weitergegangen, hätte ich sicher nicht weiter gelesen. Doch der Autorin gelingt es relativ schnell durch die Einführung eines mysteriösen Cousins, mit dem Tiny vor ihrer Ehe eine verhängnisvolle Nacht verbracht hat, und die jetzt durch erpresserische Fotos ihr perfektes Leben in Gefahr bringt, schnell Spannung aufzubauen.
Stück für Stück wird das Leben der beiden Männer, die in Tinys Leben ein wichtige Rolle spielen, auseinander genommen. Tinys Mann Frank entpuppt sich als Mann, der heimlich dem eigenen Geschlecht zugeneigt ist, während sein Cousin Caspian eine tiefe Liebe zu Tiny empfindet, aber ihre Ehe nicht in Gefahr bringen will. Nicht, bis Tiny die Wahrheit über die scheinbar perfekte Familie erfährt, die um der Karriere willen alles daran setzt, den Schein nach außen zu wahren. Tinys Schwester Pepper setzt viele Reizpunkte durch ihre unkonventionelle Lebensweise, die in den 60er Jahren nicht slebstverständlich war, und steht Tiny in diser harten Zeit zur Seite.

Ich mochte die Figuren, jede einzelne vertritt eine bestimmte Lebenshaltung, die ich Tiny, Pepper, Caspian, Frank und auch dessen Eltern jederzeit abgenommen habe. Für mich eine gelungene Zurschaustellung von Konventionen und Menschen, die dagegen aufbegehren.


 
Andreas Pflüger, Endgültig

 
Jenny Aaron, eine hochkarätige Polizistin einer Berliner Sondereinheit, wird bei ihrem letzten Einsatz schwer verletzt und erblindet infolgedessen. Sie kämpft sich in harter Arbeit durch alle Phasen der Schockverarbeitung, lernt alles, was ein blinder Mensch zum Überleben braucht, bis zur Perfektion, um wieder zurückkehren zu können in den Dienst.
Eine blinde Ermittlerin - allein das macht dieses Buch besonders. Die Story hat es dann auch in sich. Denn sie wird von ihrer alten Dienststelle  genau zu dem Fall hinzugezogen,bei dem sie zum Opfer wurde. Zwei psychopathische Brüder werden ihr und der Polizei das Leben schwer machen. Mitten in Berlin entführen sie einen Reisebus voller Kinder und verlangen die Ermittlerin als Geisel. Natürlich will ihre Chefin genau das verhindern. Doch Jenny entkommt denen, die sie schützen wollen, und begibt sich freiwillig in die Hände der Kriminellen. Und Jenny Aaron geht bis an ihre Grenzen, in dem sie sich blind ihrem ärgsten Feind stellt.
Ein genialer Thriller, der einen nicht mehr loslässt. Mich hat die Geschichte auf der ganzen Linie abgeholt. Die einzigartige Sicht einer blinden Ermittlerin macht die Polizeiarbeit so besonders, fasziniert den Sehenden, und lässt den Leser sowohl an der inneren Zerrissenheit als auch den knallharten Kämpfen der Protagonistin teilhaben. 


 
Schünemann & Volic, Pfingsrosenrot
 
Milena Luhn, Serbin und engagierte Kriminologin, arbeitet in Belgrad in Kooperation mit der EU. Zum Leidwesen vieler steckt sie auch in diesem zweiten Fall ihre Nase allzu gern in Dinge, die sie nichts angehen.
 Zufällig wird sie auf den Tod eines serbischen Ehepaars aufmerksam. Ein Fall, der mit der von der EU geförderten Rückführung in den Kosovo zusammenhängt. Milena stellt unbequeme Fragen, wagt sich auf ein Terrain vor, das der Polizeiarbeit vorbehalten wäre, und versucht, die politischen Zusammenhänge im Fall der beiden Toten zu begreifen.
Sie sucht nach den erwachsenen Kinder des ermordeten Ehepaars auf, stolpert ständig über Ungereimtheiten, fährt sogar in den Kosovo, um den Tatort zu besichtigen, und gibt starrköpfig wie sie ist nicht auf. Immerhin kannte ihr Onkel die verstorbene Frau persönlich, und er war es auch, der sie auf diesem Fall aufmerksam gemacht hatte.
Nach `Kornblumenblau`hängst sich die die eigenwillige Kriminologin derart in die Ermittlungen, als wäre es ein persönlicher Job von ihr. Dass sie nicht locker lässt, gibt der Story erst seine richtige  Würze. Ein politischer Krimi, der dem Leser auch zahlreiche Einblicke in die Politik auf dem Balkan verschafft.
 
 

Mark Roderick, Post Mortem - Tränen aus Blut

 


 Beim Lesen des Prologs habe ich ehrlich gesagt überlegt, ob ich mir das wirklich antun will. Ein Psychopath vom Feinsten und sein Handwerkszeug wird sehr detailgetreu vorgestellt. Zum Glück habe ich weitergelesen. Denn das Buch ist an Spannung kaum zu übertreffen.
Der Schauplatz in diesem Thriller wechselt immer zwischen Frankfurt und München. In Frankfurt geschieht ein brutaler Mord, während in München der Profikiller Avram Kuyer verzweifelt nach Spuren seines Bruders und dessen Familie sucht. Ausgelöst durch einen Anruf, der ihn sofort hellhörig hat werden lassen. Der Leser ahnt b.z.w. befürchtet schon bald, dass der Ermordete von Frankfurt genau dieser Bruder sein könnte.
Doch auf die Polizei kann sich Avram nicht verlassen, denn sie sollten nicht unbedingt auf ihn aufmerksam werden. Darum ermittelt er selbst, lauert den Drahtziehern auf, versucht seine Nichte, die ganz verstört aus dem nahegelegenen Wald auftaucht, vor den Mördern zu verstecken, und hinterlässt eine Spur der Verwüstung (und Leichen!) hinter sich. Wie gesagt, ein genialer Killer. Doch seine Beweggründe sind es, die ihn menschlich wirken lassen, denn er möchte seine Schwägerin retten, bevor es zu spät ist. Denn sie ist in den Händen des eingangs erwähnten Psychopaten. Die Zeit läuft gegen ihn... und die Polizei in Gestalt einer höchst engagierten Interpol-Agentin kommt ihm und der Lösung des Falls auf ihre eigene Art auf die Spur. Der Showdown am Schluss ist in meinen Augen auch meisterhaft gelungen.
   
 

Melanie Raabe, Die Falle

Ein Buch mit absoluter Sogwirkung. Der Leser steckt quasi im Kopf einer Bestsellerautorin, die seit elf Jahren in ihrem Haus lebt und es aufgrund eines traumatischen Erlebnisses nie mehr verlassen hat. Die Gedanken dieser Frau, die den Tod ihrer Schwester nie verarbeitet hat und den Mörder gesehen haben will, sind kristallklar und doch verstörend. Als sie nach so vielen Jahren meint, den Mörder in einem berühmten Auslandsjournalisten wiederzuerkennen, organisiert sie ein Interview zu ihrem neuen Buch mit eben jenem Mann. Sie plant dieses Treffen akribisch, und hofft, ihn in die Falle zu locken, damit er den Mord gesteht. Doch der Journalist ist noch genialer als die Autorin und überzeugt sie bei diesem Zusammentreffen von seiner angeblichen Unschuld. Ein Psychodrama, das bis zuletzt an Spannung nicht verliert.



 Anna Jarzab, Das Licht von Aurora


 Zu Beginn der Geschichte hat mich Sasha, die Hauptprotagonistin,  nicht gleich abgeholt. Ihre Naivität, dass ausgerechnet sie als eher unscheinbares Mädchen von einem der coolsten Jungs an ihrer Schule zum Abschlussball eingeladen wird, war von anderen amerikanischen Storys einfach schon zu abgenutzt.
Als sie dann plötzlich in Aurora , einem Paralleluniversum, gelandet ist, war ich mehr als überrascht. Die Geschichte, die sie von ihrem Entführer hören muss, ist so unglaublich, dass auch ich als Leserin zweimal nachdenken musste. Jeder Mensch besitzt einen Analog in einem anderen Universum, ein Mensch, der ihm dem Äußeren nach gleicht, aber druch das Umfeld natürlich zu einem anderen geworden war.
Die Geschichte gewinnt an Reiz, weil Sasha der verschwundenen Prinzessin von Aurora Juliana gleicht, sprich ihr Analog ist. Die Entführung war von langer Hand geplant, und von Thomas, dessen Analog auf der Erde besagter Schulheld ist, erfolgreich durchgeführt.
Der Leser erfährt viel über das Leben auf Aurora, von Juliana und ihrem kranken Vater, dem König, sowie über die prekäre politische Lage. Viel Info auf einmal, aber schließlich nimmt die Story Fahrt auf.

Sasha, die den Deal eingeht, Juliana für sieben Tage zu spielen, um wieder auf die Erde zurückzukommen, bleibt sich selbst in ihrem Wesen treu. Und ihre Neugierde, Abenteuerlust sowie ihre Gefühle bringen sie in manch brisante Situation.
Da die Hochzeit von der Prinzessin bevorsteht und niemand von ihrem Verschwinden wissen soll, muss sich Sasha auch mit dem zukünftigen Ehemann auseinandersetzen: Prinz Callum aus Farnham, dem befeindeten Land. Die arrangierte Ehe soll für Frieden sorgen, das denken zumindest die einen. Aber es gibt noch eine höhere Macht, die spielt mit allen Figuren ganz nach Belieben. und darum tappen alle in die Falle. Ohne den Schutz von Thomas, in den sich Sasha verliebt, und beherzten Einsatz von Prinz Callum wäre sie in Aurora umgekommen. In letzter Minute wird Thomas sie zur Rettung wider auf die Erde zurückschicken. Jedoch nicht, ohne Narben bei ihr zu hinterlassen. Denn sie sehnt sich nach ihrem Retter und fürchtet wiederum um sein Leben.  Waie gut, dass die Geschichte weitergeht.

Der Einstieg war für mich etwas holperig, und es hat auch eine Weile gedauert, bis ich die Zusammenhänge, sowohl die der Paralleluniversen als auch die der politischen auf Aurora, verinnerlicht hatte. Aber dafür hat mich die sympathische Heldin, obwohl sie manches Mal etwas naiv wirkt,  an die Hand genommen und mich eingeladen, ihr zu folgen.  Der unterhaltende und flüssige Sprachstil passt hervorragend dazu, ebenso wie das Cover. Aurora ist ein Universum, das man auf alle Fälle als Leser kennenlernen sollte. 

 

 

Erin McCahan, Liebe und andere Fremdwörter

 

Josie und ihr Freund Stu zählen zu den Hochbegabten, besuchen einerseits das Abschlussjahr ihrer Highschool und andererseits  schon das College im zweiten Jahr. Josie ist besonders gut in Sprachen, behauptet sie, denn sie muss eine Vielzahl davon beherrschen. Die der Collegeschüler, der Highschoolschüler, die von Stu, die von ihren Volleyballfreundinnen, neuerdings auch die von Stefan, die der Erwachsenen natürlich auch  u.v.m. Denn Josie bemüht sich redlich, die Welt zu verstehen, was nicht immer leicht ist, weil sie im Körper einer Fünfzehnjährigen steckt, aber denkt wie eine Dreißigjährige (behauptet zumindest ihre Familie).

Josie liebt ihre Familie über alles, vor allem ihre beiden erwachsenen Schwestern Maggie und Kate. Maggie ist bereits verheiratet und ausgezogen, bei Kate steht das Thema gerade an. Und Josies größtes Problem ist plötzlich, dass sie Geoff, Kates zukünftigen Mann, nicht leiden kann. In ihren Augen ist er nicht der Richtige für Kate (obwohl er laut Kate Josie sehr ähnlich ist, denn er ist auch hochbegabt). Und dieses Problem lässt sich nicht mit Gleichungen lösen, sondern nur mit Empathie. Doch gerade das fehlt Josie leider.

Darum beginnt sie ihr Projekt, das Phänomen der Liebe zu verstehen, indem sie sich erst hofft, in Stefan, einem Jungen aus ihrer Schule zu verlieben, und später der felsenfesten Überzeugung ist, bei ihrem jungen Collegelehrer Ethan Liebe auf den ersten Blick erlebt zu haben. Doch auch das hilft Josie nicht weiter, die anstehende Hochzeit zu verhindern. Alles Reden hilft nichts, und selbst so sinnlose Taten wie Spaghettisauce auf Geoff verschütten hilft nicht weiter. Josie verstreitet sich sogar mit ihrer Schwester Kate, worunter sie sehr leidet. Und vor lauter Chaos sieht sie nicht, dass ihr bester Freund Stu der Einzige ist, der sie aufrichtig liebt, bei dem sie Josiesprache sprechen kann und zumindest so sein kann, wie sie ist: eine liebenswerte Chaotin.

Dieses wunderbare Buch hat mir die ganze Zeit ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Die Geschichte ist aus Josies Sicht geschrieben. Josie hat auf alle Fälle mein Herz gerührt, und es macht wirklich Spaß, mit ihr die Liebe zu ergründen. Darum gibt es auf jeden Fall volle Punktzahl von mir.

1 Kommentar:

  1. Na das ist ja mal wieder ein interessanter Tip. Bin schon neugrierig.
    LG Petra

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