Samstag, 19. April 2014

Wie wird ein e-book ein Bestseller?

Diese Frage sollte ich eigentlich aus der Arbeit als Buchhändlerin erklären können. Verlage investieren in extrem viel Werbung, die Vertreter weisen bei ihren Verkaufsgesprächen darauf hin, wo das Buch überall besprochen wird und in welchen Ländern es bereits erfolgreich war, und die Buchhandlungen kaufen es automatisch zu super Konditionen stapelweise ein. So erlebt z.B. bei dem Erotiktitel "Shades of Grey". Wir hätten in unserer Buchhandlung dieses Buch im Normalfall nicht eingekauft, da kein Kundenklientel für erotische Literatur bekannt war. Doch dann wurde um den Titel ein Hype gemacht und plötzlich wollte es ´jeder` lesen.
In einem ganz anderen Fall habe ich ein Buch vorab als Leseexemplar lesen dürfen und meinen Kolleginnen  bereits angekündigt, dass dieses Buch ein Geheimtipp sei. Aber es kam ganz anders. Ganz von allein wurde der Titel "Ein ganzes halbes Jahr" von Leser zu Leser weitergeflüstert und siehe da, es landete auf den Bestsellerlisten.
Hier habe ich das Gefühl bekommen, dass die Leser das Buch zu ihrem Liebling erkoren haben, und nicht wie im ersten Fall der Verlag. Nach "Shades of Grey" fragt jetzt kaum noch einer, wohingegen alle auf das dritte Buch der Autorin, das im Mai erscheint, sehnsüchtig warten.
Dies ist wohlgemerkt nur eine persönliche Einschätzung aus der Sicht einer Buchhändlerin.

Wie aber wird ein e-book ein Erfolg?

Diese Frage habe ich mir in den letzten Wochen oft gestellt. Denn ich kann bis heute nicht in Erfahrung bringen, wie ein e-book, das an einem Tag auf den Markt kommt, schon am ersten Tag auf der Bestsellerliste bei amazon landet. Ich rede natürlich von meinem e-book "Farben der Dunkelheit". Ich rangierte in den ersten Tagen ohne großes Dazutun zwischen Platz 87 und Platz 29. Auch von einer Werbung seitens des Verlages war mir nichts bekannt. Und dann kam der jähe Abfall, eine schlechte Kritik - von der man nicht gern liest, das kann ich euch gleich verraten - und schwupps ist man von der Liste verschwunden.
Vielleicht hätte ich unendlich viele Leute motivieren müssen, gute Rezensionen zu schreiben, um dem entgegen zu wirken. Vielleicht schreibt auch mancher mit Absicht schlechte Kritiken. Ich werde es wohl nie erfahren.

Fakt ist, man ist und bleibt als Autor ein öffentlicher und damit auch verletzlicher Mensch.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen